Fragen und Implikation

Das Projekt befasst sich mit dem Problem, ob und wie Fragen hinsichtlich Informativität zueinander geordnet sind. Eine Aussage wie Hans las Krieg und Frieden ist informativer als Hans las ein Buch. Jedoch ist nicht geklärt, ob die Fragen Las Hans Krieg und Frieden? und Las Hans ein Buch? in einem ähnlichen Verhältnis zueinander stehen.

Die Beschäftigung mit diesem Thema ist aus folgendem Grund wichtig:
Phänomene, die vom Informationsgehalt einer Aussage abhängig sind, tauchen auch in Fragen auf. Z.B. kann das negative Polaritätselement jemals in Aussagen nicht ohne Negation auftreten, wie der Kontrast zwischen Ich glaube nicht, dass Hans jemals in Chicago war und *Ich glaube, dass Hans jemals in Chicago war zeigt. Negation führt zu einer maximal informativen Aussage. Ohne Negation hingegen ist die Aussage nicht maximal informativ. Ausdrücke wie jemals treten nur in ersteren auf. In Fragen kann jemals hingegen ohne Negation auftreten, wie War Hans jemals in Chicago? verdeutlicht. Dies deutet daraufhin, dass auch Fragen in gewisser Weise maximal informativ sind.

Das Projekt untersucht verschieden empirische Phänomene in Fragen, die in Aussagen von deren Informationsgehalt abhängig sind. Diese Phänomene beinhalten u.a. (i) negative Polaritätselemente, (ii) skalare Implikaturen, (iii) Fokus und Exhaustivität. Ziel ist es eine umfassende Theorie zu entwickeln, die das Auftreten und Verhalten dieser Phänomene in Fragen erklärt. Hierbei werden Antworten auf Fragen eine wichtige Rolle spielen, da Antworten klar bzgl. Informationsgehalt geordnet sind. Der Versuch ist es, die genannten Phänomene in Fragen durch die Informativität der jeweiligen Antwort zu erklären.







Förderung

DFG

Förderzeitraum

01.04.2013-31.03.2016

Leitung

Dr. Clemens Mayr