Hörbeispiele

Die im Nordwesten des Amazonastieflands beheimatete Sprache Secoya wird heute von wenig mehr als 1000 Menschen in Ecuador und Peru gesprochen. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Documentation of Ecuadorian Secoya“, das für 1,5 Jahre von Arcadia im The Hans Rausing Endangered Languages Project an der SOAS finanziert wird*, kooperiere ich mit dem Archiv für ecuadorianische Sprachen an der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften, Quito (FLACSO) und mit dem Institut für Linguistik an der Päpstlichen Katholischen Universität von Ecuador (PUCE).
Ich arbeite zudem eng mit der Sprechergemeinschaft in Ecuador zusammen. Da die Secoya-Dialekte insbesondere auf ecuadorianischer Seite aufgrund der drastischen sozioökonomischen Veränderungen im Leben der Sprecher-gemeinschaft zunehmend unter Druck von außen geraten, haben sich einige Secoya mit mir in der Initiative zur Bewahrung ihrer Sprache zusammen-geschlossen. Wir halten Workshops zu sprachdokumentarischen Themen und grammatischen Fragen aus der Alltagspraxis der bilingualen Bildung ab, haben einen Sprachwettbewerb und Feste organisiert, in denen die Ältesten von mythischen Ereignissen erzählen, führen soziolinguistische Interviews durch und erarbeiten Lesematerialien und ein dreisprachiges Wörterbuch für die Sprechergemeinschaft.

Secoya Sprachtag, 28.9.2013, San Pablo de Ka̱atëtsiaya (Katesiya)

In der Serie „Secoya Oral Traditions“ bereiten wir ausgewählte traditionelle Erzählungen dreisprachig (Secoya, Spanisch und Englisch) und mit Illustrationen versehen auf, um sie einer größeren Öffentlichkeit und insbesondere den jungen Secoya zugänglich zu machen.

Der erste Band mit zwei kurzen Erzählungen wurde 2013 veröffentlicht, der zweite Band Anfang 2014. Band 3 wird in Kürze erscheinen. Sie stammen aus einer umfangreichen Sammlung von Sprachaufnahmen, mit denen wir ein annotiertes digitales Sprachkorpus aufbauen. Hören Sie rechts zwei kurze Beispiele.

* Dieses Projekt knüpft an vorangehende Forschung an, die unterstützt wurde von der Firebird Foundation for Anthropological Research, der Fakultät für Kunst, Erziehung und Sozialwissenschaften der James Cook Universität und der Australischen Forschungsgemeinschaft.







Aniceto Payaguaje erzählt eine Gruselgeschichte, die seine jüngste, jetzt erwachsene Tochter immer beeindruckte (2013, San Pablo).
Juana Payaguaje singt darüber, wie sie mit Sorge beobachtet, dass sich ihre Kinder nur noch unzureichend mit der Secoya-Küche auskennen und vielmehr die Essgewohnheiten der nicht-indigenen Mehrheitskultur annehmen (2012, Sewaya).