1.12.2015

Prof. Dr. Manfred Bierwisch:
Prinzipien und Willkür - die Konventionalität der Sprache

Während die Unmotiviertheit der Wörter für Platos Kratylos eine Herausforderung war, gilt Arbitrarität seit Saussure als ein Grundprinzip der Sprache. Damit sind wesentliche Fragen verbunden:

  • Was in der Sprache ist arbiträr?
  • Ist Arbitrarität vermeidbar?
  • Wäre Nicht-Arbitrarität ein Vorteil?
  • Ist Arbitrarität kompatibel mit der Optimalität im Sinn des Minimalismus? 

Grundlage der Erörterung ist die Annahme, dass die Sprache zwei heteromorphe mentale Systeme aufeinander bezieht: die Signalstruktur und die Organisation der begrifflichen Umweltverarbeitung. Das geschieht, indem die Beziehung, die in den lernabhängigen Grundeinheiten (vulgo: den Wörtern) gegeben ist, strukturbedingt und prinzipiengeleitet auf größere Komplexe projiziert wird. Diese Arbitrarität der Sprache wird erörtert im Vergleich mit den Systemen der visuellen Wahrnehmung und der Musik. Dabei geht es um verschiedene Arten der Zeichenbeziehung mit dem Ergebnis, dass die Sprache ein kombinatorisches System konventionsbedingter Symbole mit der Eigenschaft der Effabilität (Vollständigkeit) ist.

Zur Person: homepage

Ort: Dorotheenstrasse 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18.00 Uhr

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Gemeinsame Vortragsreihe von
ZAS Berlin, Institut für deutsche Sprache und Linguistik der HU Berlin und Institut für Philosophie der HU Berlin

Ort: Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18:00 Uhr