Mittwoch, 27.4.2016

Prof. Dr. Angelika Wöllstein:
Was grammatische Modelle in der Schule leisten können

„Wenn Neues in die Schule getragen werden soll, dann muss dies einerseits gut motiviert sein“ (Gallmann 2015) und es gehört andererseits auch die Auseinandersetzung dazu, inwiefern es sich bei grammatischen Termini und grammatischen Modellen oder in Teilen dessen, was ein Modell beschreiben und leisten kann, um mögliches Wissen für Lehrerinnen und Lehrer oder auch um mögliches Wissen für Schülerinnen und Schüler handeln kann (Wöllstein 2015). Aktuell sind grammatische Modelle, insbesondere das strukturbezogene topologische Modell, noch kein schulischer Gegenstand.

Auf der Grundlage minimaler grammatischer Kenntnisse – allein das Erkennen von Wortgruppen und der flektierten Verbform ist Voraussetzung – können Lehrkräfte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern das topologische Modell erarbeiten und entwickeln dabei explizites sprachliches Wissen. Das topologische Modell ist nicht beschränkt auf die syntaktische, satzbezogene Wortstellungsanalyse, sondern bietet gleichzeitig auch Auffindungsprozeduren für Satzglieder, Wortgruppen, das Prädikat, Satzgrenzen und textrelevante Einheiten an. In weiteren Schritten können die Erkenntnisse, die mithilfe dieses Analysewerkzeugs gewonnen werden, auf unterschiedliche Lernbereiche und schulische Gegenstände wie Interpunktion, satzinterne Großschreibung und den Sprachvergleich in den schulischen Fremdsprachen aber auch „im mehrsprachigen Klassenzimmer“ (Krifka et al. 2014) angewendet werden.

Die gemeinsame Kenntnis dieses visuellen Modells ermöglicht außerdem ein Vorgehen, bei dem die betrachtete sprachliche Einheit nicht als Einzelbegegnung stattfindet, sondern ein Wiedererkennen, Einordnen und eine intensive Reflexion über Sprachstrukturen ermöglicht wird, was sich in einem zweiten Schritt positiv auf die Sensibilisierung für Sprache allgemein auswirken kann.

Zur Person: homepage

Ort: Dorotheenstrasse 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18.15 Uhr

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Gemeinsame Vortragsreihe von
ZAS Berlin, Institut für deutsche Sprache und Linguistik der HU Berlin und Institut für Philosophie der HU Berlin

Ort: Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18:15 Uhr