Dienstag, 11.7.2017

Prof. Dr. Klaus von Heusinger
(Universität zu Köln):
Namen sind mehr als Schall und Rauch. Zur Bedeutung von Namen in der Gesellschaft

Eigennamen wie „Angela Merkel“, „Donald Trump“ oder „Berlin“ unterscheiden sich von normalen Substantiven wie „Bundeskanzlerin“, „Präsident“ oder „Stadt“ darin, dass sie keine Bedeutung haben. Denn der Name „Angela Merkel“ drückt nichts „Merkelhaftiges“ und der Name „Trump“ nichts „Trumpiges“ aus. Damit stellen Eigennamen den philosophisch interessanten Fall der „direkten“ Referenz dar, d.h. der Ausdruck referiert ohne Vermittlung von Bedeutung  auf einen Referenten. Diese referentielle Eigenschaft führt dazu, dass Eigennamen eine interessante Sonderstellung im System der Wörter haben: Sie stehen nicht im Wörterbuch, sie werden nicht übersetzt und unterliegen nicht der Orthografiereform. Der Vortrag beleuchtet zunächst diese Sonderstellung von Eigennamen in der Grammatik, zeigt aber dann, dass Eigennamen von prominenten Trägern Konnotationen oder „assoziierte Eigenschaften“ annehmen und auf diese Weise wie reguläre Substantive mit Bedeutung gebraucht werden können. Hier spielen Wendungen mit Artikeln wie in „der Donald Trump von Weismain“ oder „über die Gründe, aus denen eher noch ein Donald Trump Präsident werden konnte als eine Hillary Clinton“ eine wichtige Rolle. Der Vortrag wird abschließend den Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Prominenz eines Referenten und dem assoziierten Gehalt der entsprechenden Eigennamen untersuchen.

Zur Person: homepage

Ort: Dorotheenstrasse 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18.30 Uhr

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Gemeinsame Vortragsreihe von
ZAS Berlin, Institut für deutsche Sprache und Linguistik der HU Berlin und Institut für Philosophie der HU Berlin

Ort: Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18:30 Uhr